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1958 - Der Fernsehprojektor - ein verzweifelter Hoffnungslauf

So ab 1956 ging es mit den Besucherzahlen in den Kinos brutal bergab. Trotz Cinemascope mit wirklich beeindruckenden und tollen Super-Farbfilmen - dazu mit mit 4-Kanal Magentton - ließen sich die Deutschen und natürlich auch die anderen Europäer nicht mehr so einfach in die Kinos locken.

Doch die teilweise albernen Sprüche der Kino-Lobby - das neue Fernsehen habe die Kinos erwürgt - waren populistisch und dumm, denn das stimmte (zu dieser Zeit) ja gar nicht. Es war eine allzu durchsichtige Schutzbehauptung der Kino- und Film-Verbände, um eigene Verfehlungen oder Versäumnisse zu kaschieren.

Der Niedergang kam nämlich durch den aufkommenden Wohlstand und eine andere Interessenlage der jungen Pappies und Vatis, lange bevor das Kino zu einer wirklich ernsthaften Konkurrenz gewachsen war. Motorroller und erste Autos und natürlich der Nachwuchs zehrten die neu gewonnene Freizeit und das mühsam verdiente magere Geld auf.
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1959 - Bringen wir also das Fernsehen ins Kino.

Damals brauchte man noch die "Postzulasung" für Alles und für Jedes.

Die allermeisten Kinobesitzer auf dem Land hatten die Schwelle zum Konkurs fast erreicht. Darum war die Anschaffung einen Fernsehprojektors gar nicht mehr möglich. Und der UFA (als Kinoausstatter und auch den Filmverleihern - damals eine Goldgrube) liefen die Kunden in Scharen davon, weil sie ihre Kinos schließen mussten. Mit manchmal nur 4 Besuchern am Abend war das schon lange nicht mehr kostendeckend.

Also hatte die UFA Handel GmbH in Frankfurt mehrere von den Teleramas angeschafft, um aktuelle Ereignisse, überwiegend im Fußball und bei Autorennen - in die Kinos zu bringen, auf Basis einer Vermietung.

So ähnlich wie hier die 20 Jahre spätere Grundig Bildwand war die SABA TELERAMA Bildwand gebaut
gekrümmte Cinemascope Bildwand

Die Bildqualität war gerade mal akzeptabel

Der TELERAMA war für ein Bild mit dem mitgelieferten SABA Bildschirm konzipiert. Der SABA Projektions-Bildschirm war etwa 1,4m breit und ganz leicht kugelförmig gewölbt und vor allem ganz speziell metallisch beschichtet.

Die in den Kinos vorhandenen Kino-Leinwände waren dagegen riesig und ab und zu zwar auch gewölbt, jedoch nur in einer Dimension und sie reflektierten fast das gesamte Licht des unten im Saal aufgestellten Fernsehprojektors nach oben in Richtung Vorführraum, in dem aber niemand saß und zusah. Denn die Kino-Bildwand war für eine Projektion von oben nach schräg unten in den Zuschauerraum von der optimalen Reflektion her oprtimiert. (Heutige Beamer hängen auch optimal an der Decke und projizieren leicht nach unten gerichtet ins Publikum.)

Die Lichtausbeute und das projizierte Bild auf der Kinobildwand, das die Zuschauer "genießen"konnten, war eigentlich miserabel, so wie heutzutage in 2010 bei den ganz billigen Video-Beamern. Alleine der Neuigkeits-Effekt und das Gemeinschaftsgefühl - eines der wichtigen Teile des Kino-Ambientes - zogen eine Zeit lang noch Besucher an.

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Die Kino-Techniker bekamen 1958 folgendes mit auf den Weg :

Der Telerama Projektor hatte zwar zwei eingebaute Lautsprecher, doch die strahlten ganz unten und dann noch nach vorne ab. Es war also sinnvoll, den Projektor an die vorhandene Kinoton-Anlage anzukoppeln. Und das war gar nicht so einfach. Und wie auch bei den riesigen Ampex 2" Video-Boliden fielen beim Transport öfter Steckverbinder und Röhren aus den Sockeln und nichts ging mehr. Darum gab es diese Schreiben an die Techniker, damit es nicht als Flop endete.

am Kinoton anschliessen
die UFA Handel Organisation
der Schaltplan von Juni 1958
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